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Oma Ernas Erbe

Der Dauerregen macht es möglich, nach einer ersten Nähattacke zu Ostern mit sehr vielen Hühnern war länger Pause in Sachen Nähen und gestern bin endlich mal wieder die vielen Stoffreste und Muster angegangen, die noch von meiner Oma Erna stammen und die mir meine Mutter überreichte. Erna betrieb in den 70er – 90er Jahren mittels eines mit Kleiderstangen aufgerüsteten weissen Mercedes Buses in Kugelform einen fahrenden Kleider- und Textilhandel und sie brachte mir das Nähen bei.

Beim Sortieren der Kisten fielen mir kleine Muster in die Finger, von denen ich zunächst dachte, es wären Brand oder Werbedrucke von Procter&Gamble oder Unilever aus den 70er/80er Jahren, aus der Zeit sind sie wohl auch – aber beim genauer Hinsehen sind mir dann die witzigen Wortspiele aufgefallen – aus Rice a Roni wurde Mice & Roni, bei einer berühmten Kaugummi Marke ein Buchstabe weggelassen liest man jetzt Wiggley’s, (to wiggle – wackeln) aus oat (Hafer) wurde goat (Ziege) und der irische Glücksbringer Leprechaun wird ‘ever so corny’ zum Lepricorn (Mais) umbenannt. Ende der 8oer Jahre war ich zunächst nach England und danach für viele Jahre in die Vereinigten Staaten gezogen und musste bei der vermeintlichen Wiedererkennung und Entdeckung der Umdeutungen lachen.

Nach einigem Jonglieren der unterschiedlich grossen Kleinteile entstand die Idee für eine Einkaufstasche für Lebensmittel.  Ich lass mich vom Material und den Mengen inspirieren, versuche aber auch möglichst alles zu verwerten und einen Gebrauchsgegenstand herzustellen. Die Stücke aus 100% Baumwolle hab ich farblich geordnet, begradigt und mit einem ebenso aus 100% Baumwolle bestehenden Rest weissen Bettlakens gefüttert. Für die Henkel fand ich eine farblich passende, alte Kordel.  Lososgenäht, gebügelt und fertig ist der waschbare, aus vorhandenen Materialen hergestellte, nachhaltige Stoffbeutel für den Markt – mit witzigen Details für gute Laune.

Dort – auf dem Markt – wird er vielleicht auch bald eingesetzt. Ich werde ihn unseren Freunden schenken mit denen wir samstags öfter mal auf den Fürther Gemüsemarkt gehen, um direkt von unseren Bauern aus der Umgebung einzukaufen. Unsere Freunde haben einen Sinn für solche Wort-Spielereien, glaub ich jedenfalls….

4 Gedanken zu „Oma Ernas Erbe

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