Verhaltensveränderung – Wozu Teil 1

Darum geht es

Verhaltensveränderung – ein weites Feld. Ganze Berufsgruppen befassen sich damit. Beim Schreiben des Beitrags habe ich gleich gemerkt, der wird zu lang und so habe ich ihn wie einen Veränderungsprozess in drei Teile aufgeteilt: Teil 1 Vorarbeit, Teil 2 Umsetzung und Teil 3 Nachhalten.

Vorarbeit

Was ist nötig damit wir eine Verhaltensveränderung überhaupt und klug angehen und so die Aussichten auf Erfolg erhöhen? Verändern wir uns ohne Impuls von aussen? Warum fällt Verhaltensveränderung den meisten Menschen schwer? Moment,  stimmt diese Aussage 2022 so noch?  Immerhin haben wir kollektiv gelernt mit einer Pandemie zu leben, erfahren Krieg, zeigen Hilfsbereitschaft, staunen über Paradigmenwechsel. Erderwärmung, erschöpfte Ressourcen, ein Europa im Wandel, Digitalisierung – alles in rasantem Tempo.  Wir sollen anders konsumieren, essen, abgeben, dazulernen, uns technisch fit machen. Kann sein, dass es an einigen Stellen mehr als ungemütlich ist.  Aber der Mensch ist erfolgreich als Lebewesen, weil er wandelbar bzw. anpassungsfähig ist.  Alles mehr oder weniger vorgegebene, an uns herangetragene Verhaltensveränderung und alles in allem haben wir kollektiv gewaltige Veränderungen hinbekommen, oder?

Wirkungsbereich

Liegt die Schwierigkeit einer Verhaltensänderung für den Einzelnen darin, dass wir schlecht  unterscheiden können, was wir hinnehmen und akzeptieren müssen? Wann wir stattdessen klar bestimmen etwas zu verändern? Ist es am Ende so, dass Neuerungen, die wir selbst bestimmen, uns noch schwerer fallen als vorgegebene? In der berühmten Komfortzone ist es gemütlich. Gegen uns selbst gehen wir  nicht gerne in den Widerstand.  Bei Vorgaben von Regierungen, Chefs dagegen können wir uns an einem “Gegner im Aussen” abarbeiten… Wissen wir wie Verhaltensveränderung geht? Neues bewusst üben, Holpern und Stolpern aushalten, Angst vorm Scheitern besiegen, im Alltag durchhalten, dabei freundlich und geduldig mit uns bleiben, Rückschritte erlauben, Nachbessern, die Veränderung letztlich integrieren. Wann haben Sie eine Verhaltensveränderung bewusst vorgenommen? Wie sind Sie zu dem Entschluss gekommen, was waren die Gründe weshalb das so gut gelungen ist? Sind Sie schon Profi in allen Etappen?

Machbarkeit

In meiner Arbeit geht es um machbare Verhaltensveränderung – im eigenen Wirkungsrahmen, im eigenen Verhalten. Es geht darum, was wir tatsächlich verändern können und darin steckt schon der erste goldene Schlüssel zum Erfolg.  Wer sich vom Aussen überfluten lässt, wer auf Zwänge und Fremdbestimmung fokussiert, der muss in der heutigen Zeit verzweifeln. Scheinbar liegt deutlich mehr ausserhalb unserer Kontrolle als innerhalb.  Das aber was innerhalb unserer Kontrolle liegt und das was wir beherzt angehen, ist dafür umso wirksamer und damit machtvoll.  Können Sie erkennen was alles innerhalb Ihres Wirkungsbereiches liegt?

Auf die Haltung kommt es an

Viele Menschen wähnen sich bereits am Anfang eines Veränderungsvorhabens am Ziel.  Ich sage nicht, dass eine gute Imagination nicht hilfreich wären. Doch das Gehen des Weges ist Teil der Erfahrung und des Erfolgs. Wichtige 10 Jahre meiner Biografie (zwischen 20 und 30) verbrachte ich in San Diego, CA, in den USA.  Die Menschen in Kalifornien waren und sind Vorreiter in der Selbstoptimierung.  Damals galt der Satz: “It takes 21 days to form a habit”, also 21 Tage um eine neue Gewohnheiten zu formen. Dazu gibt es sicherlich neuere Studien und Erkenntnisse. Die Dauer hängt von vielen Faktoren ab: Art der Gewohnheit, Persönlichkeitsstruktur, Kontext uvm. Eins jedoch ist sicher und gilt auch 2022,  über Nacht lässt sich eine Gewohnheit kaum verändern. Es hat schliesslich auch lange gedauert die aktuelle zu erlernen.  Denken Sie nur wie viele Zellen daran beteiligt waren die neuronalen Schaltungen dazu in Ihrem Gehirn anzulegen. Verhaltensveränderung ist ein Prozess.  Mit dieser Grundhaltung starten wir.

Wissen Sie wozu?

Der zweite goldene Schlüssel ist sich vor Augen zu führen, wozu eine Veränderung herbeigeführt werden soll.  Ein ausformuliertes, an den eigenen Werten orientiertes “Wozu” verleiht uns den erwünschten Sog. Sog hat bekanntlich eine völlig andere Wirkung als Druck oder moralische Pflichterfüllung. Bestimmt merken Sie beim Lesen, bevor man loslegen kann, steht Vorarbeit an. Deren Wert wird unterschätzt.  Vor allem Machertypen wollen” keine Zeit verlieren” und loslegen.  Aktivität bringt ja auch schnell ein Gefühl von Bedeutung und Wirksamkeit.  Aber ist es nachhaltig? Denken Sie an den Unterschied zwischen Diät und Ernährungsumstellung.  Zeit für Betrachtung, Reflexion, Planung, Ausprobieren ist nie verloren, sie wird anders akzentuiert.  Ein machbarer Plan, mit einem starken “Wozu” innerhalb des Wirkungsbereichs erzeugt Resonanz.  Resonanz  in uns selbst, deshalb lässt er sich dann auch kraftschonender umsetzen. Ausserdem führt ein solches Vorgehen viel wahrscheinlicher zum Erfolg als blinder Aktionismus.  Der stürzt sich voreilig auf das “Was”, auf eine Diät doch den JoJo Effekt kennt inzwischen auch jeder.

Tag der Erde am 22. April

Zum Schluss noch in unser aller Sache: Am 22. April ist Tag der Erde, er wird in 175 Ländern begangen. Wer mich kennt weiss Nachhaltigkeit ist einer meiner Werte.  Ein Leben im Einklang mit der Natur und allen Wesen mein Bedürfnis.  Am Tag der Erde sind wir aufgefordert über die Wertschätzung unseres Heimatplaneten nachzudenken und unser Konsumverhalten zu verändern. Und da ist es wieder das Kernthema dieses Beitrags: Verhaltensveränderung.  Fokussieren wir auf die Ressource: Veränderungsfähigkeit – das ist eine Kernkompetenz über die wir noch viel mehr lernen und die wir trainieren dürfen.   Denn was man übt, das kann man.  Gerne bin ich Ihr Coach, Trainerin, Sparrings Partnerin.

An dieser Stelle im Blog ist die Vorarbeit geleistet, wir haben Anlass, Haltung, Wirkungsbereich, Machbarkeit und das Wozu betrachtet.  Im nächsten Beitrag aus dieser Reihe geht es um  erprobte Methoden der Umsetzung, also das “Was”.

Verhaltensveränderung Teil 2 Strategien

 

Photo by Jason Leung on Unsplash

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